Stand: September 2026
Leben in Deutschland/Gesundheit
Arztbesuch in Deutschland
Was bei einem Arztbesuch typischerweise passiert, was du mitbringen solltest und welche Begriffe den Termin leichter machen.

Was bei einem Arztbesuch typischerweise passiert, was du mitbringen solltest und welche Begriffe den Termin leichter machen.
Kurz erklärt
Ein Arztbesuch in Deutschland beginnt meist damit, die passende Praxis zu finden und einen Termin zu vereinbaren. Bei vielen allgemeinen gesundheitlichen Beschwerden ist der Hausarzt eine gute erste Anlaufstelle. Je nach Situation kann auch ein Facharzt zuständig sein.
Wenn du gesetzlich krankenversichert bist, dient deine elektronische Gesundheitskarte, kurz eGK, in der Praxis normalerweise als Versicherungsnachweis. Terminabläufe und benötigte Unterlagen unterscheiden sich. Deshalb lohnt es sich, vor dem Besuch die Website der Praxis zu prüfen oder dort anzurufen.
Dieser Ratgeber erklärt den typischen Ablauf und wichtige deutsche Formulierungen. Er sagt dir nicht, welche Behandlung für dich medizinisch richtig ist.
1. Die passende Praxis finden
Bei allgemeinen gesundheitlichen Beschwerden ist ein Hausarzt häufig eine sinnvolle erste Anlaufstelle. Ein Facharzt ist auf ein bestimmtes medizinisches Gebiet spezialisiert. Dazu gehören zum Beispiel Dermatologie, Orthopädie, Gynäkologie oder Augenheilkunde.
Über den bundesweiten Patientenservice 116117 kannst du nach Arztpraxen in deiner Nähe suchen. Der Dienst bietet außerdem eine Praxissuche und Terminservices. Einzelne Praxen können zusätzlich eigene Buchungssysteme nutzen.
Prüfe vor dem Weg zur Praxis, ob du einen Termin brauchst. Manche Praxen bieten auch eine Akutsprechstunde oder andere kurzfristige Sprechzeiten an. Das ist von Praxis zu Praxis unterschiedlich.
Eine hilfreiche Frage lautet
Haben Sie heute noch einen Termin frei?
Damit fragst du, ob du noch am selben Tag kommen kannst.
2. Was du mitbringen solltest
Welche Unterlagen du benötigst, hängt von deiner Versicherung und deiner persönlichen Situation ab. Eine sinnvolle Grundausstattung ist
- deine Gesundheitskarte, wenn du gesetzlich krankenversichert bist
- eine Überweisung, einen Befund oder frühere Unterlagen, falls die Praxis dich darum gebeten hat
- eine Liste der Medikamente, die du aktuell einnimmst
- kurze Notizen zu deinen Beschwerden und dazu, wann sie begonnen haben
- Fragen, die du stellen möchtest
Die elektronische Gesundheitskarte dient bei Arzt- und Zahnarztbesuchen als Nachweis der gesetzlichen Krankenversicherung. Wenn deine Versicherungssituation anders ist, zum Beispiel bei einer privaten Versicherung oder internationalem Versicherungsschutz, frag die Praxis oder deine Versicherung, welchen Nachweis du mitbringen sollst.
Du musst keine perfekte medizinische Erklärung auf Deutsch auswendig lernen. Ein paar klare Angaben zu Beschwerden, Dauer und Körperstelle sind oft hilfreicher als ein langer Satz.
3. Am Empfang
Wenn du die Praxis betrittst, suchst du nach Anmeldung oder Empfang. Dort meldest du dich an.
Vielleicht hörst du
Ihre Gesundheitskarte, bitte.
Eine einfache Antwort ist
Natürlich. Hier bitte.
Wenn du einen Termin hast, kannst du sagen
Guten Tag. Ich habe um 9:30 Uhr einen Termin bei Frau Dr. Weber.
Nach der Anmeldung wirst du möglicherweise gebeten, im Wartezimmer Platz zu nehmen.
4. Im Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt
Das Gespräch kann mit der Frage beginnen
Was kann ich für Sie tun?
Nützliche Satzbausteine sind
Ich habe Schmerzen hier.
Ich habe seit drei Tagen Halsschmerzen.
Es ist seit gestern schlimmer geworden.
Ich nehme diese Medikamente.
Ich habe eine Allergie gegen …
Wenn du etwas nicht verstehst, sag es. Du kannst darum bitten, eine Erklärung zu wiederholen oder einfacher zu formulieren.
Könnten Sie das bitte noch einmal erklären?
Könnten Sie bitte etwas langsamer sprechen?
Solche Sätze sind besonders wichtig, weil sie Missverständnisse vermeiden. Bei einer wichtigen medizinischen Anweisung musst du nicht so tun, als hättest du alles verstanden.
5. Rezept und Apotheke
Ein Rezept ist die ärztliche Verordnung für ein Medikament. Verschreibungspflichtige Arzneimittel werden häufig als E-Rezept ausgestellt. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums werden verschreibungspflichtige Medikamente über das elektronische Rezeptsystem verordnet. Versicherte können ein E-Rezept auf verschiedene Weise einlösen, unter anderem mit der elektronischen Gesundheitskarte, einer App oder einem Papierausdruck.
Medikamente erhältst du in der Apotheke.
Hilfreiche Fragen sind
Wie oft soll ich das einnehmen?
Gibt es etwas, worauf ich achten soll?
Bei medizinischen Anweisungen zu Medikamenten solltest du dich immer nach den Angaben der behandelnden Fachperson oder der Apotheke richten und nicht nach einem allgemeinen Ratgeber.
6. 116117 oder 112
In Deutschland gibt es unterschiedliche Rufnummern für verschiedene Dringlichkeitsstufen.
116117 ist der bundesweite Patientenservice und der ärztliche Bereitschaftsdienst. Er ist für dringende medizinische Probleme gedacht, die nicht lebensbedrohlich sind, besonders wenn reguläre Praxen geschlossen haben. Der Dienst ist rund um die Uhr erreichbar. Über die Website von 116117 gibt es außerdem eine Praxissuche und Terminangebote.
112 ist die Notrufnummer für lebensbedrohliche Notfälle.
Wenn du unsicher bist, wie dringend eine medizinische Situation ist, orientiere dich an den offiziellen Informationen von 116117 und den Hinweisen für Notfälle und nicht an einem allgemeinen Website-Artikel.
Mini-Dialog 1 am Empfang
Empfang: Guten Tag. Wie kann ich Ihnen helfen?
Patient: Guten Tag. Ich habe um 9:30 Uhr einen Termin bei Frau Dr. Weber.
Empfang: Ihre Gesundheitskarte, bitte.
Patient: Natürlich. Hier bitte.
Empfang: Danke. Nehmen Sie bitte noch kurz im Wartezimmer Platz.
Patient: Danke.
Mini-Dialog 2 im Behandlungszimmer
Arzt: Was kann ich für Sie tun?
Patient: Ich habe seit drei Tagen Halsschmerzen und fühle mich sehr müde.
Arzt: Haben Sie Fieber oder nehmen Sie Medikamente?
Patient: Ich hatte gestern leichtes Fieber. Ich nehme im Moment keine Medikamente.
Arzt: Gut. Dann schauen wir uns das an.
Patient: Könnten Sie bitte etwas langsamer sprechen? Mein Deutsch ist noch nicht so sicher.
Arzt: Natürlich.
Vor dem Termin kurz prüfen
- Prüfe die Informationen der Praxis und den vereinbarten Termin.
- Bring den Versicherungsnachweis mit, der für dich gilt.
- Notiere Medikamente und wichtige Fragen.
- Schreib auf, wann deine Beschwerden begonnen haben.
- Nutze einfache deutsche Sätze, wenn du kannst.
- Bitte um Wiederholung, wenn eine wichtige Information unklar ist.
- Nutze 116117 bei dringenden, aber nicht lebensbedrohlichen Beschwerden, wenn dies zur Situation passt.
- Ruf 112 bei lebensbedrohlichen Notfällen.
Häufige Fragen
Brauche ich immer einen Termin?
Nicht unbedingt. Die Abläufe unterscheiden sich je nach Praxis. Manche Praxen ermöglichen kurzfristige oder akute Sprechstunden, andere arbeiten überwiegend mit Terminen. Wenn möglich, prüfe das vor dem Weg zur Praxis.
Brauche ich für einen Facharzt immer eine Überweisung?
Darauf gibt es keine einheitliche Antwort für jede Fachrichtung, Versicherungsform und Versorgungssituation. Prüfe vor dem Termin die Informationen der Facharztpraxis und deiner Versicherung.
Was kann ich tun, wenn mein Deutsch nicht ausreicht?
Frag, ob die Praxis in einer Sprache kommunizieren kann, die du sprichst. Du kannst außerdem kurze deutsche Sätze vorbereiten. Bei wichtigen medizinischen Informationen solltest du sicherstellen, dass du die Anweisung verstanden hast, und bei Bedarf nachfragen.
Was ist der Unterschied zwischen 116117 und 112?
116117 ist der ärztliche Bereitschaftsdienst für dringende Probleme, die nicht lebensbedrohlich sind. 112 ist die Notrufnummer für lebensbedrohliche Notfälle.
Nützliche Sätze
Dialog am Empfang
Dialog im Behandlungszimmer
Üben
Teste, was hängen geblieben ist.
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1. Welches deutsche Wort bedeutet appointment?
2. Du möchtest sagen, dass du Schmerzen hast. Welcher Satz passt?
3. Ergänze. Hier ist meine ________.
4. Ergänze. Könnten Sie bitte etwas ________ sprechen?
5. Ordne den Ort der passenden Bedeutung zu.
6. Die Praxis ist geschlossen und du hast ein dringendes Problem, das nicht lebensbedrohlich ist. Welcher offizielle Dienst ist dafür vorgesehen?
7. Du verstehst eine wichtige Anweisung nicht. Was ist die beste Reaktion?
8. Worum bittet der Empfang im Dialog?
9. Bring die typischen Schritte in eine sinnvolle Reihenfolge.
10. Welcher Satz bittet darum, etwas noch einmal zu erklären?
Brauchst du nach dem Arztbesuch eine Krankschreibung?
In Deutschland wird eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, kurz AU, normalerweise von der Ärztin oder dem Arzt ausgestellt, die oder der dich ambulant behandelt. Wenn du stationär im Krankenhaus aufgenommen wirst, kann der Krankenhausaufenthalt gesondert dokumentiert werden. Bei der Entlassung kann das Krankenhaus bei Bedarf außerdem eine Arbeitsunfähigkeit für bis zu sieben Kalendertage bescheinigen. Wenn du eine Krankenhausnotaufnahme nur ambulant besuchst, solltest du nicht automatisch davon ausgehen, dass dort eine Krankschreibung ausgestellt wird. Möglicherweise musst du anschließend noch zu einem Hausarzt oder einer anderen ambulant behandelnden Ärztin oder einem Arzt.
Auch bei der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, der eAU, musst du deinem Arbeitgeber weiterhin unverzüglich mitteilen, dass du arbeitsunfähig bist.
Offizielle Quellen: Federal Ministry of Health: Electronic health card · Federal Ministry of Health: E-Rezept · Patient service 116117
