Stand: September 2026
Leben in Deutschland / Arbeit
Die erste Woche im neuen Job in Deutschland
Der Einstieg in einen neuen Arbeitsplatz fällt leichter, wenn du nicht nur die Abläufe, sondern auch die Sprache im Team verstehst.

An einem neuen Arbeitsplatz kommen Namen, Abläufe, Programme und ungeschriebene Gewohnheiten gleichzeitig auf dich zu. Wenn Deutsch nicht deine Muttersprache ist, können selbst kleine Situationen zusätzliche Energie kosten. Dazu gehören die Vorstellung im Team, die Frage nach Zuständigkeiten oder die erste Besprechung.
Du brauchst für die erste Woche kein perfektes Deutsch. Ein kleiner Vorrat an verlässlichen Sätzen hilft dabei, Fragen zu stellen, den Ablauf zu verstehen und mit Kolleginnen und Kollegen in Kontakt zu kommen.
Arbeitsplätze in Deutschland können sehr unterschiedlich sein. Ein Start-up, ein Krankenhaus, ein Produktionsbetrieb, eine Universität und ein Familienunternehmen haben oft ganz verschiedene Kulturen. Dieser Ratgeber bietet praktische sprachliche Orientierung. Maßgeblich sind am Ende die Regeln und Abläufe deines tatsächlichen Arbeitgebers.
Was in den ersten Tagen passieren kann
Ein strukturierter erster Arbeitstag umfasst häufig das Kennenlernen von Kolleginnen und Kollegen, den Arbeitsplatz, wichtige Programme und Systeme sowie erste Aufgaben. Der Begriff Einarbeitung bezeichnet meist die Zeit, in der du lernst, wie deine Arbeit, das Team und die internen Abläufe funktionieren.
Du könntest hören
Wir beginnen mit der Einarbeitung.
Oder
Ich zeige dir deinen Arbeitsplatz.
Wenn dir jemand sehr viele Informationen auf einmal gibt, darfst du das Gespräch ruhig verlangsamen
Könnten Sie das bitte noch einmal erklären?
Das Team kennenlernen
Zwei besonders nützliche Fragen sind
Wer ist dafür zuständig?
An wen kann ich mich damit wenden?
Das Wort zuständig begegnet dir im Arbeitsalltag häufig. Wer es früh kennt, kann viele Situationen leichter klären.
Ein weiteres wichtiges Wort ist Aufgabe.
Was ist meine erste Aufgabe?
Du oder Sie
Im Deutschen gibt es zwei übliche Anredeformen für Erwachsene. „du“ ist informell, „Sie“ ist formell. Welche Form am Arbeitsplatz verwendet wird, ist unterschiedlich. Manche Unternehmen duzen sich durchgehend. Andere verwenden in bestimmten Situationen Sie oder wechseln erst später zum du.
Wenn du unsicher bist, musst du nicht raten. Frag einfach
Soll ich dich duzen oder siezen?
Etwas formeller klingt
Wie möchten Sie angesprochen werden?
Orientiere dich an der tatsächlichen Praxis deines Teams und nicht an einer vermeintlich allgemeingültigen Regel.
Besprechungen und Fragen im Alltag
Eine Besprechung ist ein Treffen, bei dem gemeinsam Themen, Aufgaben oder Entscheidungen besprochen werden. In vielen Unternehmen hörst du auch das englische Wort Meeting. Besprechung ist trotzdem ein wichtiger Begriff.
Nützliche Fragen sind
Wann beginnt die Besprechung?
Wo findet die Besprechung statt?
Soll ich etwas vorbereiten?
Wenn du einen Teil des Gesprächs nicht verstanden hast, kannst du sagen
Entschuldigung, den letzten Punkt habe ich nicht ganz verstanden.
Oder ganz einfach
Könnten Sie das bitte wiederholen?
Um Hilfe bitten, ohne unsicher zu wirken
Gute Kommunikation am Arbeitsplatz bedeutet nicht, so zu tun, als hättest du alles verstanden. Wichtig ist, den nächsten Schritt klar zu bekommen.
Statt nur Ich verstehe nicht zu sagen, kannst du genauer formulieren, was du brauchst
Könnten Sie mir kurz zeigen, wie das funktioniert?
Ich bin mit der Aufgabe noch nicht ganz vertraut.
Habe ich richtig verstanden, dass …?
Damit zeigst du, dass du aktiv versuchst, den Ablauf zu verstehen.
Pause und Feierabend
Pause bedeutet eine Unterbrechung der Arbeitszeit. Feierabend bezeichnet das Ende des Arbeitstags oder die Zeit danach. Die genaue Arbeitszeit und Pausenregelung hängt vom Arbeitsplatz ab. Frag deshalb nach den internen Abläufen, statt etwas vorauszusetzen.
Hilfreiche Fragen sind
Wann machen wir Pause?
Wann ist heute Feierabend?
Der zweite Satz ist eher alltagssprachlich. In einem neuen Arbeitsumfeld kannst du neutraler fragen
Bis wann arbeiten wir heute?
Wenn du krank bist oder nicht kommen kannst
Jeder Arbeitgeber hat eigene interne Abläufe für Abwesenheiten. Verlass dich für arbeitsrechtliche Regeln nicht auf einen allgemeinen Artikel. Frag stattdessen frühzeitig, wie dein Unternehmen Krankmeldungen und andere Ausfälle organisiert.
Ein wichtiger Begriff ist Krankmeldung. Eine hilfreiche Frage lautet
Wen soll ich informieren, wenn ich krank bin?
Bei rechtlichen Fragen zu Krankheit, Bescheinigungen, Entgeltfortzahlung oder vertraglichen Pflichten solltest du offizielle oder qualifizierte Beratung nutzen, die zu deiner Situation passt.
Mini-Dialog am ersten Morgen
Neue Mitarbeiterin: Guten Morgen. Ich bin neu im Team.
Kollege: Willkommen! Ich zeige dir zuerst deinen Arbeitsplatz.
Neue Mitarbeiterin: Danke. Soll ich dich duzen oder siezen?
Kollege: Wir duzen uns hier. Die erste Besprechung ist um zehn Uhr.
Neue Mitarbeiterin: Gut. Soll ich etwas vorbereiten?
Kollege: Noch nicht. Danach zeige ich dir deine erste Aufgabe.
Neue Mitarbeiterin: Perfekt. Und wenn ich später eine Frage habe: Wer ist dafür zuständig?
Kollege: Du kannst zuerst zu mir kommen.
Eine sinnvolle Gewohnheit für die erste Woche
Notiere jeden Tag drei Dinge
- einen neuen Namen oder eine neue Rolle
- einen Ablauf, den du kennengelernt hast
- einen deutschen Satz, den du wieder verwenden möchtest
So wird aus der ersten Woche keine große Sprachprüfung, sondern eine Reihe überschaubarer Schritte.
Deutsch, das du wirklich brauchst
Nützliche Sätze
Übungen
Übungen
Empfohlenes Niveau A2 bis B1
Übung 1 Wörter zuordnen
- Besprechung
- Einarbeitung
- Aufgabe
- zuständig
- Pause
- Feierabend
a. Aufgabe
b. verantwortlich
c. Besprechung
d. Zeit zum Kennenlernen von Aufgaben und Abläufen
e. Pause
f. Ende des Arbeitstags
Übung 2 Den passenden Satz wählen
- Du hast die Erklärung nicht verstanden.
A. Könnten Sie das bitte noch einmal erklären?
B. Ich muss den Termin absagen.
C. Ich habe ein Rezept.
- Du möchtest wissen, wer sich um ein Thema kümmert.
A. Wer ist dafür zuständig?
B. Ist das vorrätig?
C. Welche Frist gilt?
- Du bist unsicher, ob „du“ oder „Sie“ verwendet wird.
A. Soll ich dich duzen oder siezen?
B. Wann wäre der nächste Termin?
C. Wo ist die Packungsbeilage?
Übung 3 Lücken ergänzen
Verwende Besprechung · Einarbeitung · Aufgabe · Pause · zuständig
- Die __________ beginnt um zehn Uhr.
- Was ist meine erste __________?
- Wer begleitet meine __________?
- Wann machen wir __________?
- Wer ist dafür __________?
Übung 4 Den Dialog ordnen
A. Wir duzen uns hier.
B. Guten Morgen. Ich bin neu im Team.
C. Soll ich dich duzen oder siezen?
D. Willkommen! Ich zeige dir deinen Arbeitsplatz.
E. Danke!
Übung 5 Du bist dran
Schreib eine höfliche Frage, mit der du bei einer neuen Aufgabe um Hilfe bittest, und eine Frage zu einer Besprechung.
Antworten anzeigen
Übung 1
1–c, 2–d, 3–a, 4–b, 5–e, 6–f
Übung 2
1–A, 2–A, 3–A
Übung 3
- Besprechung
- Aufgabe
- Einarbeitung
- Pause
- zuständig
Übung 4
B → D → C → A → E
Übung 5
Freie Aufgabe. Beispiel „Könnten Sie mir kurz zeigen, wie das funktioniert?“ / „Wann beginnt die Besprechung?“
Häufige Fragen
Was bedeutet Einarbeitung?
Einarbeitung ist die Zeit, in der neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Aufgaben, Abläufe, Programme und den Arbeitsplatz kennenlernen.
Soll ich Kolleginnen und Kollegen in Deutschland duzen oder siezen?
Dafür gibt es keine einheitliche Regel für alle Arbeitsplätze. Orientiere dich an deinem Team und frag nach, wenn du unsicher bist.
Wie kann ich darum bitten, etwas noch einmal zu erklären?
Du kannst sagen „Könnten Sie das bitte noch einmal erklären?“ In einer informellen Situation passt „Könntest du das bitte noch einmal erklären?“
Was bedeutet zuständig im Arbeitsalltag?
„Zuständig“ bedeutet, für ein Thema, eine Aufgabe oder einen Ablauf verantwortlich zu sein. Mit „Wer ist dafür zuständig?“ fragst du nach der verantwortlichen Person.
Was bedeutet Feierabend?
Feierabend bezeichnet das Ende des Arbeitstags und im Alltag oft auch die Zeit danach.
Quellen und Hinweis
Make it in Germany: Onboarding & welcome days
https://www.make-it-in-germany.com/en/looking-for-foreign-professionals/integration/new-employees/onboarding
Offizielles Bundesportal. Die Quelle nennt als typische Elemente des Einstiegs unter anderem Begrüßung, Orientierung am Arbeitsplatz und Besprechung der ersten Aufgaben. Sie wird hier nur zur allgemeinen Einordnung genutzt.
Make it in Germany: Be prepared
https://www.make-it-in-germany.com/en/looking-for-foreign-professionals/integration/new-employees/preparations
Offizielles Bundesportal. Die Quelle beschreibt, wie Arbeitgeber und Kolleginnen und Kollegen neu zugezogene Fachkräfte beim Ankommen im Arbeitsalltag unterstützen können.
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